Maulkorb – wie findet man den richtigen Mauli?

Neben Halsband, Brustgeschirr und Leine ist der Maulkorb eines der wichtigsten technischen Hilfsmittel für die Kontrolle des Hundes. Dies gilt nicht nur für den öffentlichen Bereich – auch beim Tierarzt kann es unter Umständen sein, dass der Hund einen Maulkorb benötigt.

Das Tragen eines Maulkorbes schützt aber nicht nur die soziale Umwelt des Hundes, sondern auch den Hund selbst z.B. beim Fressen von herumliegenden Giftködern oder aber auch vor Beißvorfällen, auf die möglicherweise eine Anzeige folgt. Gerade die Situation sollten sich Hundebesitzer, die auf Maulkörbe abgeneigt reagieren zu Herzen nehmen. Immer wieder wird gesagt, dass der Hund „arm“ sei, wenn er einen Maulkorb tragen muss, aber viel „ärmer“ können Hund und Besitzer sein, wenn der Hund eine Beißattacke auf einen anderen Menschen gestartet hat und es zur Anzeige kommt.

Ebenso kann ein Maulkorb indirekt als Trainingshilfe unterstützend wirken. Der Hundebesitzer kann ruhiger und entspannter sein, da das Tier mit einem gut angepassten Maulkorb in kritischen Situationen nicht beißen kann. Ein beruhigter Besitzer wirkt sich im Allgemein auch viel positiver auf das Verhalten des Hundes aus. Hier gehört aber zusätzlich noch erwähnt, dass ein Maulkorb kein „Heilmittel“ gegen Aggressionen des Hundes ist. Es sollte immer auch die Ursache für aggressives Verhalten ermittelt und ein entsprechendes Verhaltenstraining durchgeführt werden.

Der Hundemaulkorb stellt eine Einschränkung für das Tier dar und gerade deshalb sollte auf die optimale Passform geachtet werden, um dem Hund das Tragen des Maulkorbs so bequem wie nur möglich zu gestalten.

Die perfekte Maulkorb – die Passform:

  1. Zu beachten gilt auf jeden Fall, dass der Hund auch mit Maulkorb hecheln und trinken können muss. Der Maulkorb sollte tief genug geschnitten sein, damit das Maul auf keinen Fall zugeschnürt wird.
  2. Der Maulkorb sollte nicht an den Wangen, dem Nasenrücken oder dem Nasenspiegel reiben, sondern nur locker aufliegen. Allerdings muss ein gut sitzender Maulkorb auch so eng sein, dass der Hund ihn nicht abstreifen kann, denn nur dann ist ein Schutz vor Bissen wirklich gewährleistet.
  3. Der Bügel auf der Nase sollte so geformt sein, dass er den Blick des Hundes nicht beeinträchtigt.
  4. Zusätzlich sollte der Nasenbügel gepolstert sein.
  5. Der Maulkorb sollte so lange sein, sodass die Nase den Korb nicht berührt.
  6. Die Gurte zur Befestigung sollten nicht direkt hinter den Ohren liegen, denn wenn hier Druck entstehen würde, wäre es für den Hund besonders schmerzhaft.
  7. Bei Hunden mit kurzen, breiten Schnauzen empfiehlt sich die Verwendung eines Maulkorbs mit zusätzlichen über die Mitte des Gesichts verlaufenden Riemen.

Aber welcher Maulkorb soll es denn nun sein?

  • Kunststoff – Maulkorb:

Vorteile: leichtes Material; gut zu reinigen; gibt es in verschiedenen Formen; manche Modelle mit doppeltem Boden, weshalb die Aufnahme von Giftködern erschwert wird.

Nachteile: scharfe Kanten, die scheuern könnten; nicht immer 100%ig bissfest

  • Biothane – Maulkorb:

Vorteile: leichtes Material; gut zu reinigen; gibt es in verschiedenen Formen oder auch maßgeschneidert; relativ langlebig und verformen sich nicht

Nachteile: nicht 100% bissfest; Gurte liegen oft auf den Nasenlöchern auf; keine Nasenpolsterung

  • Leder – Maulkorb:

Vorteile: weich, leicht, in verschiedenen Ausführungen

Nachteile: teilweise rau und scheuert; bei Nässe werden sie hart und porös; weiche Ledermaulkörbe nicht 100% bissfest

  • Draht – Maulkorb:

Vorteile: leicht und sehr stabil; lassen sich etwas verbiegen, weshalb sie an die Schnauze angepasst werden können; die meisten Modelle haben einen gepolsterten Nasenbügel

  • Stahl:

Vorteile: stabil und langlebig; gepolsterter Nasengurt

Nachteil: relativ schwer; Form lässt sich nicht verändern; viele Modelle verhindern das Hecheln

Mein persönlicher Favourit:

Chopo Drahtmaulkörbe → erhältlich unter http://www.chicundscharf.com/

Es gibt bereits viele Anbieter die maßgeschneiderte Maulkörbe herstellen. Gerade für Hunde, denen die Standardausführungen nicht passen, ist das eine sehr gute Lösung.

Achtung!!

Ein Nylon-Maulkorb, der das Maul komplett verschließt oder eine Fangschlinge, dürfen nur für kurze Zeit verwendet werden (z.B. Behandlung beim Tierarzt), da der Hund damit seine Körpertemperatur nicht durch Hecheln regulieren kann.