Wir haben einen Hund und nun erwarten wir ein Baby!

Hunde können wunderbare Begleiter für Kinder sein. Naturverbundenheit, Verantwortungsbewusstsein, Selbstbewusstsein und auch Mitgefühl bei Kindern wird gefördert. Fragen zum Thema Hund und Kind gehören zu den häufigsten in der Praxis.

Einerseits möchten zukünftige Hundehalter wissen, wie sie Probleme und Gefahren verhindern können, wenn ein Baby erwartet wird. Andererseits beschäftigen sich Hundebesitzer leider oft erst nach den ersten aggressiven Verhaltensweisen des Hundes oder wenn das Kind gebissen wurde mit diesem Thema. Es ist also von höchster Wichtigkeit sich auch bewusst zu machen, dass Hunde für Kinder eine potenzielle Gefahrenquelle darstellen können.

In unserer Zeit ist es vielfach üblich, dass Frauen oder Paare zuerst einen Hund haben und erst einige Jahre später eine Familie mit Kindern gründen. Hund_Kind

Wichtige Verhaltensregeln und folgende Punkte sind zu beachten:  

  • Zuerst sollte natürlich abgeklärt werden, ob der Hund auf Säuglinge oder Kleinkinder sozialisiert ist und sie nicht als potenzielle Beute betrachtet. Testen Sie es zur Sicherheit mit einem Maulkorb.
  • Alle Veränderungen im Alltag, die durch das Baby entstehen bzw. Veränderungen im Wohnraum wie beispielsweise das Einrichten von Tabuzonen im Bett, Kinderzimmer oder der Couch sollten bereits einige Monate vor der Geburt des Kindes eingeführt werden, damit es nicht zu Eifersüchteleien seitens des Hundes kommt.
  • Der Hund sollte vor allem dann beachtet werden, wenn das Kind anwesend ist und versorgt wird. Das Neugeborene stellt im Grunde, solange der Hund kein übersteigertes Jagdverhalten zeigt, kein Problem dar. Ist das Baby noch klein, muss vor allem der Hund kontrolliert werden. Sobald das Kind aber mobil wird, gibt es erfahrungsgemäß die ersten größeren Probleme. Dann muss auch das Kind kontrolliert werden.
  • Wenn es Aktivitäten mit dem Kind gibt, dann sollte es auch Aktivität und Aufmerksamkeit für den Hund geben. Das kann entweder über Futter (z.B. Breireste oder besondere Leckerbissen, etc.), über Aufmerksamkeit (z.B. Hund darf in Körperkontakt beim Stillen liegen, Ansehen, etc.) oder über Spiel (z.B. Mutter spielt mit Kind, Vater mit Hund, gemeinsame Spaziergänge etc) geschehen. Meist ist es nämlich so, dass Schuldgefühle der Hundebesitzer zu möglicherweise kontraproduktiven Handlungen führen, indem der Hund immer dann ganz besondere Zuwendung bekommt, wenn das Baby schläft und endlich Zeit für ihn da ist. Wie gesagt, dies kann sehr kontraproduktiv sein. Binden Sie den Hund in Aktivitäten mit dem Kind ein.
  • Der Besitzer muss dafür sorgen, dass der Hund einen ruhigen, angenehmen Ruheplatz hat, an den er sich zurückziehen kann, wenn es ihm zu viel wird. Bringen Sie eine rote Linie für das Kind an! Der Bereich jenseits davon ist für das Kind tabu und darf nicht überschritten werden. Häufig ist es schneller und effektiver einem Kind die Grenzen und den Respekt für den Hund beizubringen, als einen älteren Hund an die Zudringlichkeit von Kindern zu gewöhnen.
  • Auch an Kindergitter und andere Abgrenzungen in der Wohnung und im Garten könnten angedacht werden.
  • Überaus wichtig ist es auch, nicht zu vergessen, den Hund mental zu fordern.
  • Ganz besondere Vorsicht sollte bei hyperaktiven Kindern oder der Kombination hyperaktiver Hund und hyperaktives Kind angebracht sein. Mit ihrer ungestümen Art stellen sie eine Gefahr für Kinder dar. Kleinkinder könnten einfach umgeworfen, zerkratzt, umgerannt oder die Treppen hinunterstürzen.
  • Vorbeugen! Die Wahrscheinlichkeit für einen Konflikt ist groß, wenn das Kind mit dem Hund um Ressourcen konkurriert, die diesem besonders wichtig sind. Versuchen Sie als Besitzer unbedingt vorausschauend zu denken und potenziell gefährliche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen. Zum Beispiel, sollte der Hund an einem ruhigen Ort gefüttert werden, wo kein Kind stört. Der Futternapf sollte auch nicht herumstehen, nachdem der Hund mit der Mahlzeit fertig ist.

Die wichtigste Regel ist: Niemals Hund und Babys oder kleine Kinder unbeaufsichtigt zusammenlassen!

Kind_Hund_1Einer von beiden, entweder Hund oder Kind, muss immer unter Kontrolle sein – egal ob es sich nur um einen kurzen Moment am Telefon oder einen Gang zur Toilette handelt. Die häufigsten Unfälle passieren, wenn die beiden alleine – nur ganz kurz – gelassen werden oder nicht beaufsichtigt werden.

Auch sehr gut sozialisierte und tolerante Hunde haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und können sich im Falle des Falles verteidigen. Selbst ausgesprochen kinderfreundliche Hunde können sich einen erzieherischen Job aneignen und ein lästiges Kind mit bester Absicht wie einen zudringlichen Welpen oder einen Junghund maßregeln. Auch diese sehr kontrollierte, vom Hund angedrohte und für die Welpenerziehung typische Zurechtweisung kann zu schweren Verletzungen im zarten Gesicht eines Kindes führen.

Kindern den richtigen Umgang mit Hunden beibringen!

Das ist Aufgabe der Eltern! Eltern sollten einfache Regeln aufstellen, die eingehalten werden müssen. Wie bereits erwähnt funktioniert dies mit Kleinkindern erfahrungsgemäß nicht zuverlässig und der Besitzer muss konstant überwachen und vorbeugen. Je älter und verständiger die Kinder sind, desto eher werden sie Regeln folgen können. Als Faustregel gilt, dass Kinder zwischen sechs und acht Jahren verständig genug sind.

Folgende Regeln sollten so früh wie möglich gelernt werden:

  • Ein schlafender oder ruhender Hund darf nicht gestört werden.
  • Hundespielsachen sind keine Kinderspielsachen.
  • Dem Hund darf nichts aus dem Maul genommen werden.
  • Hunde dürfen nicht am Schwanz gezogen, ins Auge oder Ohr gestochen, geritten oder anderweitig grob behandelt werden.
  • Hunde sollen sanft gestreichelt werden und nicht gegen den Haarwuchsrichtung.
  • Kinder sollten ruhig stehen bleiben und die Arme verschränken, wenn ein Hund beginnt, ihnen nachzulaufen.
  • Wenn der Hund etwas Unerlaubtes tut, sollten Kinder nicht versuchen, den Hund zu bestrafen, sondern Erwachsene hinzurufen.